Die Schulzeit endet wie ein guter Film
Quelle: WN 07.07.2025
Von Claudia Mertins
Bei der Auswahl ihres Mottos waren sich die beiden Abschlussjahrgänge der weiterführenden Schulen in Borghorst einig: Wie zuvor die Abiturienten des Gymnasium Borghorst, so glaubten auch die 100 Absolventen der Realschule am Buchenberg, „10 Jahre im falschen Film“ gesessen zu haben.
Bei der Entlassfeier in der Sporthalle am Buchenberg sah allerdings alles nach einem Happy End auf ganzer Linie aus. „Willkommen zur letzten Szene eines ganz besonderen Films – eurer Realschulzeit“, so begrüßte Schulleiter Romuald Mevert die Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs 2025, deren Eltern und Freunde sowie die Lehrerschaft. In der „oscarreifen“ Kulisse der als Kinosaal dekorierten Sporthalle dankte er zunächst allen, die an der Organisation des vorangegangenen Gottesdienstes und der Abschlussfeier mitgewirkt hatten.
Nach dem schwungvollen musikalischen Auftakt, in dem die Lehrkräfte Dagmar Richter und Bernhard Beike den „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Brahms geboten hatten, gratulierte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer im Namen der Stadt Steinfurt zum bestandenen Schulabschluss: „Das ist euer Moment! Ich freue mich, dass ihr es so weit geschafft habt! Gerne denke ich an eure musikalischen Projekte mit Schülern aus unserer Partnergemeinde Rijssen/Holten oder den Gesangswettbewerb zurück. Ihr habt gezeigt, was in euch steckt, habt Initiative ergriffen, anderen geholfen und dabei ein echtes „Wir-Gefühl“ entwickelt“, so Bögel-Hoyer.
Der Schulpflegschaftsvorsitzende Matthias Finke dankte dem gesamten Lehrerkollegium für „das Wissen, die Werte und die Haltung“, die sie den Schülerinnen und Schülern vermittelt haben. Als Vater kannte er sich besonders gut mit der Elternrolle aus und erinnerte schmunzelnd an hinterhergebrachte Sportbeutel, das nervige Homeschooling und heiße Diskussionen mit dem Nachwuchs. Den Jugendlichen riet er, die nächste Etappe mutig anzugehen und einen Beruf zu wählen, der Spaß macht.
In der Abschlussrede des Jahrgangs 2025 schilderten Samanta Balode und Vanessa Welz ihre Sicht auf den „falschen Film“, der sich manchmal wie eine Endlosschleife zog: „Schule, Hausaufgaben, Klassenarbeiten und alles wieder von vorn. Irgendwann wurde dann Chat-GPT unser bester Freund und wir hofften, dass seine Antworten Sinn ergaben.“ Zum Ende hin lief der Film auf der RSB immer schneller und plötzlich standen die Zentralen Prüfungen vor der Tür, so die Schülerinnen.
Dem kritischen Motto zum Trotz resümierten sie: „Wir hatten eine verdammt gute Zeit an dieser Schule, daran werden wir uns erinnern“. Mit einem dicken Dankeschön in Richtung Eltern, Lehrerinnen und Lehrern für alle Unterstützung und Begleitung endete ihr Beitrag. Zeit für ein weiteres Musikstück, das, wie könnte es anders sein, aus einem Kinofilm stammt: Hannes Baving und Konstantin Uhlenbrock interpretierten das Thema aus „Fluch der Karibik“ gekonnt auf Klavier und Saxofon.
Dann ergriff noch einmal der Schulleiter Romuald Mevert das Wort: „Heute geht euer Kinobesuch nach zehn Jahren zu Ende. Zehn Jahre, in denen ihr feststellen musstet: Das hier ist nicht ganz der Film, den ich erwartet habe. Vielleicht wolltet ihr eine witzige Teenie-Komödie erleben – aber stattdessen gab es montagmorgens Grammatik! Aber – und das ist das Entscheidende: Ihr wart nicht allein im Kinosaal, zusammen habt ihr den Film getragen, seid zu heimlichen Hauptdarstellern geworden.“
Mevert erinnerte die Schülerinnen und Schüler auch an die gemeinsamen Klassenfahrten nach Berlin, Hamburg und Prag und an viele Gruppen-Projekte, die begleitet von Tränen und Lachanfällen, ein Gefühl von „Wir schaffen das“ erzeugten. Und er berichtete von den Gesprächen, die er mit jeder und jedem der 100 Absolventen bezüglich ihrer persönlichen Zukunftspläne geführt hatte.
64 Schülerinnen und Schüler werden weiter zur Schule gehen und dort das Fachabitur beziehungsweise Abitur erwerben. Für eine Ausbildung im Handwerk, in der Verwaltung oder in medizinischen Berufen haben sich 28 Zehntklässler entschieden. Zwei gehen zunächst ins Ausland, je einmal wurde ein freiwilliges soziales, beziehungsweise ökologischen Jahr als nächster Schritt gewählt.
Insgesamt waren die vier Abschlussklassen 2025 sehr leistungsstark, sodass 70 Prozent einen Qualifikationsvermerk erhielten.
Nachdem die 100 Absolventinnen und Absolventen ihr Zeugnis, eine Rose und ein kleines Geschenk von der Klassenleitung empfangen hatten, wurden die jeweils Klassenbesten geehrt. Das waren Henning Löbbert (10a), Elisa Ernst (10b), Theresa Bölling (10c) und Janna Schmiegelt (10d).